Papstbesuch - Erzbistum Freiburg
25.09.2011 - Nr.

25.09.2011: Helfen mit Herz

Mehr als 3.000 ehrenamtliche Helfer sind zum Papstbesuch in Freiburg im Einsatz

Bild: Anja Pfeffermann. Auf dem Bild v.l. Rebecca Valentin, Hélène Waldburg-Zeil, Cecile Huber, Elena, Bek, Theresa Hergerl, Eveline Leupi, vor: Marie-Elisabeth Esterházy sowie Frater Hans-Martin Rieder

Freiburg – „Bettruhe um 20 Uhr“, schallt die Stimme von Frater Hans-Martin Rieder über die Köpfe von 60 Jugendlichen hinweg. Die Abiturienten des Kollegs St. Blasien murren. Doch die Anordnung ist klar und sie hat einen Grund: Schon morgens um zwei sollen sie wieder geweckt werden. Ihr Auftrag: Ab vier Uhr Rollstuhlfahrern helfen, damit sie an der Heiligen Messe mit dem Papst teilnehmen können. Dafür stehen die Internatsschüler auch gerne schon zu „unchristlicher Zeit“ auf: „Unser Auftrag hier ist Helfen mit Herz“, sagt die 18-jährige Eveline Leupi aus vollster Überzeugung.

„Helfen mit Herz“ ist das Motto des Freiburger Helfereinsatzes. Mehr als 3.000 Ehrenamtliche sind so dabei, wenn der Papst am letzten Septemberwochenende die südlichste Großstadt Deutschlands besucht. An allen Ecken und Enden werden die Freiwilligen gebraucht: Sie sind zum Beispiel als Ordner und „wandelnde Informationssäulen“ unterwegs oder unterstützen die Betreuung von Menschen mit Behinderung wie die Internatsschüler aus St. Blasien.

„Es ist toll, dass der Papst in Deutschland ist“, findet Elena Bek. Auch die 17-jährige gehört zu Frater Rieders Truppe. „Wir sehen den Papst ja sonst immer nur aus der Ferne, im Fernsehen, meistens ist er im Vatikan. Hier in Freiburg kommen wir ganz nah an ihn ran“, freut sie sich.

„Wir in St. Blasien haben uns das Motto gegeben: Menschen für andere. Jetzt beim Papstbesuch können wir es konkret umsetzen“, erklärt der Jesuit Rieder, der als Präfekt in St. Blasien tätig ist. „Wir sind hier Helfer für andere“, beschreibt er das Selbstverständnis seiner Gruppe.

Mit anzupacken, wenn er gebraucht wird, ist Joachim Krieg gewohnt. Beim Osnabrücker Katholikentag 2008 war er hauptamtlich für den Helfereinsatz verantwortlich, seither hat er sich ehrenamtlich bei Evangelischen Kirchentagen und beim Ökumenischen Kirchentag 2010 in München an zentraler Stelle der Helferorganisation engagiert. Im „normalen Leben“ ist der 28-Jährige heute Sozialarbeiter in Bremerhaven. Doch als ein Anruf aus Freiburg kam, sagte er nicht nein: Den Helfereinsatz beim Papstbesuch unterstützt Krieg freiberuflich.

„Die Herausforderungen sind etwas andere als beim Katholikentag“, sagt Krieg. Die Helferstruktur sei insgesamt vielfältiger: Neben unzähligen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind hier auch viele ältere Menschen als Helfer dabei. „Außerdem ist das hier ein sehr fokussiertes Event“, sagt Krieg, „während Katholiken- und Kirchentage mit sehr vielen Einzelveranstaltungen über fünf Tage hinweg gehen“. Dadurch, dass Papst Benedikt XVI. die höchste Sicherheitsstufe hat, ist zudem der Abstimmungsbedarf mit Landes- und Bundeskriminalamt sehr hoch.

Für die Schülerinnen und Schüler aus St. Blasien bedeutet ihr Einsatz in Freiburg vor allem auch eins: Gemeinschaftsgefühl. Sprechgesänge auf ihren Schulabschluss im kommenden Jahr – „Abi Zwei-tausend-zwölf“ – schwören die Truppe ein. Um ganz nah dabei zu sein, werden sie selbst die frühe Bettruhe akzeptieren. „Wir haben einen guten Einsatzort bekommen“, ist Evelin Leupi überzeugt. Ihre Hoffnung: „Die Rollstuhlfahrer haben bestimmt gute Plätze vorne, und wenn wir ihnen helfen, dann können vielleicht auch wir selbst dem Papst ganz nahe sein.“

Text: Gudrun Lux

Alle Rechte vorbehalten © 2017 Deutsche Bischofskonferenz

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz | DBK.de | pressestelle(at)dbk.de | Kaiserstrasse 161 | 53113 Bonn | Telefon: 0228 103-214 | Fax: 0228 103-254