Papstbesuch, Aktuelle Meldung
24.09.2011 - Nr. 042

24.09.2011: Papst würdigt Gemeinsamkeit mit Orthodoxen

Papst Benedikt XVI. hat sich am Samstagnachmittag im Freiburger Priesterseminar mit Vertretern der orthodoxen Kirche in Deutschland getroffen. Dabei würdigte er die Gemeinsamkeiten zwischen der römisch-katholischen Kirche und der Orthodoxie. „Unter den christlichen Kirchen und Gemeinschaften steht uns die Orthodoxie am nächsten; Katholiken und Orthodoxe haben beide altkirchliche Struktur“, sagte Benedikt XVI. laut Manuskript bei der nicht öffentlichen Zusammenkunft. Dies lasse hoffen, dass der Tag nicht mehr fern sei, an dem beide Kirchen wieder gemeinsam Eucharistie feiern können. Allerdings müssten zur Wiederherstellung der vollen Einheit weiter theologische Differenzen geklärt werden, insbesondere beim Thema der Stellung des Papstes.

Benedikt XVI. lobte das gemeinsame Glaubenszeugnis der Christen, darunter das der Orthodoxen,  in einer Zeit, in der nicht wenige Menschen das öffentliche Leben von Gott „befreien“ wollten. Besonders erwähnte der Papst das gemeinsame Eintreten für den Schutz des menschlichen Lebens von seiner Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod sowie für den Wert von Ehe und Familie. Für die Christen sei es ein wichtiges Anliegen, die „Einzigartigkeit der Ehe zwischen einem Mann und einer Frau vor jeglicher Missdeutung zu schützen“.

Der Papst hob hervor, dass er seit seiner Zeit als Bonner Professor und dann besonders als Erzbischof von München und Freising durch persönliche Freundschaften „die Orthodoxie immer tiefer kennen- und liebengelernt“ habe. Mit Interesse und Sympathie verfolge er die Entwicklung der orthodoxen Gemeinden in Westeuropa. Die 1,6 Millionen orthodoxen und orientalischen Christen in Deutschland seien ein fester Bestandteil der Gesellschaft geworden. Der Papst begrüßte die Intensivierung der panorthodoxen Zusammenarbeit und die  Bildung von Bischofskonferenzen, darunter die im vorigen Jahr erfolgte Gründung der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland (OBKD).

Deren Vorsitzender, Metropolit Augoustinos von Deutschland, verwies in seinem Grußwort auf die Verehrung der Gottesmutter, die katholische und orthodoxe Kirche verbinde. Es habe „also nichts mit Frauenfeindlichkeit zu tun, wenn unsere heutige Begegnung – im Gegensatz zu Ihren ökumenischen Terminen der vergangenen Tage – eine Begegnung nur unter Männern ist“, sagte Augoustinos. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Dr.Robert Zollitsch, dankte dem Papst, dass der bei seinem Deutschlandbesuch „der Ökumene einen so breiten Raum“ gebe. Die katholische Kirche wisse sich den orthodoxen und den orientalischen Kirchen „durch das hohe Maß an Gemeinsamkeiten in Fragen des Glaubens und der Ethik verbunden“.

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