Abschiedszeremonie in Lahr

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Papstbesuch, Aktuelle Meldung

25.09.2011: Benedikt XVI. ruft zur Einheit im Glauben auf - Bischöfe schenken Papst eine Komposition

TAGESZUSAMMENFASSUNG

Unter strahlend blauem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Sonntagvormittag auf dem Freiburger Flughafengelände die letzte Heilige Messe seines Deutschlandbesuchs gefeiert. Vor rund 100.000 Teilnehmern  rief er die Priester, Ordensleute und Laien in Deutschland dazu auf, „fest in Christus geeint“ zu sein und in Treue zu ihrer jeweiligen Berufung zusammenarbeiteten. Am Mittag kam der Papst mit den amtierenden und emeritierten Bischöfen seines Heimatlandes zu einem Essen zusammen. Dabei schenkten sie ihm ein eigens für Benedikt XVI. komponiertes vierminütiges Werk für Chor, Bläser, Pauken und Orgel.

Benedikt XVI. forderte bei dem Gottesdienst Pfarreien, Gemeinschaften und Bewegungen auf, sich gegenseitig zu stützen und zu bereichern. Die Kirche in Deutschland werde für die weltweite katholische Gemeinschaft „weiterhin ein Segen sein, wenn sie treu mit den Nachfolgern des heiligen Petrus und der Apostel verbunden bleibt“, die internationale Zusammenarbeit pflegt „und sich dabei auch von der Glaubensfreude der jungen Kirchen anstecken lässt“, so der Papst in seiner Predigt.

Sein Plädoyer zur Einheit verband Benedikt XVI. mit dem Ruf zur Demut. Christliche Existenz sei „Dasein für den anderen, demütiger Einsatz für den Nächsten und das Gemeinwohl“. Demut habe in der Welt noch nie hoch im Kurs gestanden. Aber Christen wüssten, dass diese Tugend „gleichsam das Öl ist, das Gesprächsprozesse fruchtbar, Zusammenarbeit einfach und Einheit herzlich macht“.

Der Papst sprach allen Mitarbeitern des Deutschen Caritasverbandes, dessen Zentrale sich in Freiburg befindet, sowie anderen kirchlichen Organisationen seinen Dank und seine Wertschätzung aus. Ohne sie wäre „das Leben in den Pfarreien und in der Kirche als ganzer nicht denkbar“. Zugleich rief er sie dazu auf, ihre persönliche Gottesbeziehung zu vertiefen. Nächstenliebe sei mehr als „technischer Service“. Die Erneuerung der Kirche könne „letztlich nur durch die Bereitschaft zur Umkehr und durch einen erneuerten Glauben kommen“. An der Heiligen Messe nahmen 97 Bischöfe aus dem In- und Ausland teil.

Primizspruch des Papstes vertont

Beim Mittagessen übergab der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dem katholischen Kirchenoberhaupt als offizielles Geschenk eine eigens in Auftrag gegebene Komposition.  Dabei handelt es sich um eine Vertonung des Primizspruches des jungen Joseph Ratzinger. Der Wahlspruch zu seiner Priesterweihe vor 60 Jahren in Freising „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude“ wurde von dem Eichstätter Domkapellmeister Christian Matthias Heiß in ein Musikstück umgesetzt. Heiß war als Schüler bei den Regensburger Domspatzen in der Zeit, als sie vom Bruder des Papstes, Domkapellmeister Georg Ratzinger, geleitet wurden.
Das vierminütige Werk für Chor, Bläser, Pauken und Orgel soll bei der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz am 5. Oktober in Fulda uraufgeführt werden. Zollitsch gab dem Papst die Unikat-Ausgabe der Partitur. Später soll der Papst eine CD-Aufnahme von dem Werk erhalten, das den lateinischen Titel „Non quia dominamur“ trägt.
Heiß wurde 1967 geboren und studierte Kirchenmusik und Orgel an der Musikhochschule München. Anschließend war der Komponist musikalischer Assistent am Eichstätter Dom, bevor er als Kirchenmusiker in Ravensburg tätig wurde. Ab 1999 war er Domorganist in Eichstätt. Im Herbst 2002 wurde er zum Eichstätter Domkapellmeister berufen.

Papst spricht im Konzerthaus über Sendung der Kirche

Am Sonntagnachmittag warnte der Papst im Freiburger Konzerthaus davor, die Botschaft des Evangeliums zu relativieren und sich zu sehr „den Maßstäben der Welt“ anzugleichen. Vor rund 1.400 Gästen und in Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau sprach er von der Gefahr, dass „die Kirche sich in dieser Welt einrichtet“ und „selbstgenügsam“ wird. Durch die Ansprüche und Sachzwänge der Welt werde immer wieder das Zeugnis verdunkelt. Organisation und Institutionalisierung dürften für die Kirche kein größeres Gewicht erhalten als ihre Sendung. Um diese zu verwirklichen, müsse die Kirche „immer wieder auf Distanz zu ihrer Umgebung nehmen“ und sich gewissermaßen  „ent-weltlichen“.

Dies bedeutet nach den Worten des Papstes für die Kirche aber keinesfalls, sich aus der Welt zurückziehen. Im Gegenteil. Eine von ihrer materiellen und politischen Privilegien entlastete Kirche könne sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden und in diesem Sinne weltoffen sein, gerade auch im sozial-karitativen Bereich. Die Kirche finde ihren Sinn ausschließlich darin, die Welt mit dem Wort Gottes zu durchdringen. Dies gelte auch mit Blick auf den seit Jahrzehnten zu beobachtenden „Rückgang der religiösen Praxis“ und der „zunehmenden Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben“. Um ihren eigentlichen Auftrag zu erfüllen, müsse die Kirche sich ändern und immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von der Verweltlichung zu lösen.

Papst bedauert „schmerzliche Skandale“ in jüngster Zeit

Indirekt nahm der Papst auch zum Thema Missbrauch Stellung. Benedikt XVI. kritisierte, dass der christliche Anspruch der Kirche in jüngster Zeit von den „schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens“ überdeckt worden sei. Gefährlich werde es, wenn der Zugang zur christlichen Botschaft  durch „die Unbotmäßigkeit ihrer Boten“ versperrt werde.

Der Papst äußerte sich bei einer Begegnung mit Frauen und Männern, die sich in Kirche und Gesellschaft engagieren. Darunter waren Vertreter der Wissenschaft, Kultur, Medien, Wirtschaft, Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik. An dem Treffen nahmen auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die Bundesminister Dr Hans-Peter Friedrich und Dr. Annette Schavan, Generalbundesanwältin Prof. Monika Harms und Bundesverfassungsrichter Prof. Udo Di Fabio sowie Showmaster Thomas Gottschalk teil. 17 Personen wurden dem Papst persönlich vorgestellt, darunter die früheren Bundesverfassungsrichter Prof. Ernst-Wolfgang Böckenförde und Prof. Paul Kirchhof, der badische evangelische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bernd Klaschka, und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Dr. Peter Neher.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, sagte bei seiner Begrüßung, der Beitrag der Christen zu einem zukunftsfähigen Gemeinwesen sei „keine Frage des Wollens, sondern als politisch-diakonischer Auftrag integraler Bestandteil des christlichen Glaubens“. Die Kirche leiste bis heute in vielen gesellschaftlichen Bereichen Pionierarbeit. „Das wird gerade hier in Freiburg, der Stadt der Caritas, besonders deutlich“, so Zollitsch. In Freiburg hat der Deutsche Caritasverband seinen Sitz.

Vor der Begegnung im Konzerthaus war der Papst mit Bundesverfassungsrichtern zusammengekommen. Dieses Treffen im Freiburger Priester war nicht öffentlich. Zu den Teilnehmern gehörten Gerichtspräsident Prof. Andreas Voßkuhle, sein Stellvertreter Ferdinand Kirchhof, Prof. Udo Di Fabio, Prof. Rudolf Mellinghoff, Prof.  Gertrude Lübbe-Wolff, Prof. Michael Eichberger, Wilhelm Schluckebier und Prof. Peter Huber.

Papst beendet Deutschlandbesuch

Um 19.36 Uhr hob der Airbus A320 der Lufthansa mit dem Kirchenoberhaupt an Bord am Flughafen Freiburg-Lahr Richtung Rom ab. Verabschiedet wurde er von Bundespräsident Christian Wulff, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, dem Botschafter des Papstes in der Bundesrepublik, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zollitsch, und weiteren Vertretern des deutschen Episkopats.

Während der Abschiedszeremonie am Flughafen dankte der Papst allen Beteiligten für die „erlebnisreichen und bewegenden Tage in unserer Heimat“. Die zahlreichen Begegnungen mit Politikern, Kirchenvertretern und Gläubigen hätten ihn „zuversichtlich für die Kirche und die Zukunft des Christentums in Deutschland“ gestimmt. Benedikt XVI. ermutigte die Kirche, „mit Kraft und Zuversicht den Weg des Glaubens weiterzugehen, der Menschen dazu führt, zu den Wurzeln, zum wesentlichen Kern der Frohbotschaft Christi zurückzukehren.“ Der Papst äußerte seine Hoffnung, das kleine Gemeinschaften von Glaubenden „in die pluralistische Gemeinschaft mir ihrer Begeisterung hineinstrahlen“ und damit andere neugierig machten.

Zuvor hatte der Bundespräsident sich bei Benedikt XVI. für seinen Besuch bedankt. Er habe die Menschen beschenkt mit „bewegenden Momenten, die uns alle unvergesslich bleiben“. Wulff betonte, dass dem Papst die Einheit der Konfessionen und der Dialog mit den Religionen am Herzen lägen. Er habe auf seiner Reise „viele Zeichen gesetzt, Orientierung und Maßstäbe vermittelt, die nicht nur bequem sind und die uns allen zu denken geben - den Katholiken und den übrigen Christen genauso wie den Nichtchristen“. Der Papst habe sich dem Suchen und Fragen der Menschen gestellt und „manche Brücke geschlagen“. Wulff betonte: „Wir wünschen uns, dass Sie diesen Weg beherzt weitergehen, dass Sie helfen, Getrenntes zu verbinden, dass Sie dazu beitragen, dass die Kirche den Menschen nahe bleibt, und dass Sie die Fragen, die in den vergangenen Tagen an Sie herangetragen wurden, weiter bewegen.“ Der Bundespräsident endete mit der Einladung an den Papst, Deutschland gern noch einmal zu besuchen, auch im privaten Rahmen.

Wulff hatte den Papst bereits zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen Berlin-Tegel empfangen und auf weiten Strecken der Reise von Berlin nach Erfurt, ins thüringische Eichsfeld und zuletzt nach Freiburg begleitet.

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Bevor ich nun Deutschland verlasse, drängt es mich, Dank zu sagen für die vergangenen erlebnisreichen und bewegenden Tage in unserer Heimat.
Papst Benedikt XVI. kurz vor dem Abflug

Papstbesuch, Aktuelle Meldung

25.09.2011: „Zuversichtlich für die Zukunft der Kirche in Deutschland“

Papst beendet seinen viertägigen Deutschlandbesuch

Papst Benedikt XVI. hat seinen viertägigen Deutschlandbesuch beendet. Um 19.36 Uhr hob der Airbus A321 der Lufthansa mit dem Kirchenoberhaupt an Bord am Flughafen Freiburg-Lahr Richtung Rom ab. Verabschiedet wurde er von Bundespräsident Christian Wulff, Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich, dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, dem Botschafter des Papstes in der Bundesrepublik, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, und weiteren Vertretern des deutschen Episkopats.

Während der Abschiedszeremonie am Flughafen dankte der Papst allen Beteiligten für die „erlebnisreichen und bewegenden Tage in unserer Heimat“. Die zahlreichen Begegnungen mit Politikern, Kirchenvertretern und Gläubigen hätten ihn „zuversichtlich für die Kirche und die Zukunft des Christentums in Deutschland“ gestimmt. Benedikt XVI. ermutigte die Kirche, „mit Kraft und Zuversicht den Weg des Glaubens weiterzugehen, der Menschen dazu führt, zu den Wurzeln, zum wesentlichen Kern der Frohbotschaft Christi zurückzukehren.“ Der Papst äußerte seine Hoffnung, das kleine Gemeinschaften von Glaubenden „in die pluralistische Gemeinschaft mir ihrer Begeisterung hineinstrahlen“ und damit andere neugierig machten.

Zuvor hatte der Bundespräsident sich bei Benedikt XVI. für seinen Besuch bedankt. Er habe die Menschen beschenkt mit „bewegenden Momenten, die uns alle unvergesslich bleiben“. Wulff betonte, dass dem Papst die Einheit der Konfessionen und der Dialog mit den Religionen am Herzen lägen. Er habe auf seiner Reise „viele Zeichen gesetzt, Orientierung und Maßstäbe vermittelt, die nicht nur bequem sind und die uns allen zu denken geben - den Katholiken und den übrigen Christen genauso wie den Nichtchristen“. Der Papst habe sich dem Suchen und Fragen der Menschen gestellt und „manche Brücke geschlagen“. Wulff betonte: „Wir wünschen uns, dass Sie diesen Weg beherzt weitergehen, dass Sie helfen, Getrenntes zu verbinden, dass Sie dazu beitragen, dass die Kirche den Menschen nahe bleibt, und dass Sie die Fragen, die in den vergangenen Tagen an Sie herangetragen wurden, weiter bewegen.“ Der Bundespräsident endete mit der Einladung an den Papst, Deutschland gern noch einmal zu besuchen, auch im privaten Rahmen.

Wulff hatte den Papst bereits zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs am Donnerstagmorgen auf dem Flughafen Berlin-Tegel empfangen und auf weiten Strecken der Reise von Berlin nach Erfurt, ins thüringische Eichsfeld und zuletzt nach Freiburg begleitet.

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Wir wünschen uns, dass Sie diesen Weg beherzt weitergehen, dass Sie helfen, Getrenntes zu verbinden, dass Sie dazu beitragen, dass die Kirche den Menschen nahe bleibt, und dass Sie die Fragen, die in den vergangenen Tagen an Sie herangetragen wurden, weiter bewegen.
Bundespräsident Christian Wulff

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25.09.2011: „Weder Rückzug noch Anpassung“

Papst spricht im Konzerthaus über Sendung der Kirche

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntagnachmittag im Freiburger Konzerthaus davor gewarnt, die Botschaft des Evangeliums zu relativieren und sich zu sehr „den Maßstäben der Welt“ anzugleichen. Vor rund 1.400 Gästen und in Anwesenheit von Bundespräsident Christian Wulff und seiner Frau sprach er von der Gefahr, dass „die Kirche sich in dieser Welt einrichtet“ und „selbstgenügsam“ wird. Durch die Ansprüche und Sachzwänge der Welt werde immer wieder das Zeugnis verdunkelt. Organisation und Institutionalisierung dürften für die Kirche kein größeres Gewicht erhalten als ihre Sendung. Um diese zu verwirklichen, müsse die Kirche „immer wieder auf Distanz zu ihrer Umgebung gehen“ und sich gewissermaßen  „ent-weltlichen“.

Dies bedeutet nach den Worten des Papstes für die Kirche aber keinesfalls, sich aus der Welt zurückziehen. Im Gegenteil. Eine von ihrer materiellen und politischen Privilegien entlastete Kirche könne sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden und in diesem Sinne weltoffen sein, gerade auch im sozial-karitativen Bereich. Die Kirche finde ihren Sinn ausschließlich darin, die Welt mit dem Wort Gottes zu durchdringen. Dies gelte auch mit Blick auf den seit Jahrzehnten zu beobachtenden „Rückgang der religiösen Praxis“ und der „zunehmenden Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben“. Um ihren eigentlichen Auftrag zu erfüllen, müsse die Kirche sich ändern und immer wieder die Anstrengung unternehmen, sich von der Verweltlichung zu lösen.

Papst bedauert „schmerzliche Skandale“ in jüngster Zeit

Indirekt nahm der Papst auch zum Thema Missbrauch Stellung. Benedikt XVI. kritisierte, dass der christliche Anspruch der Kirche in jüngster Zeit von den „schmerzlichen Skandalen der Verkünder des Glaubens“ überdeckt worden sei. Gefährlich werde es, wenn der Zugang zur christlichen Botschaft  durch „die Unbotmäßigkeit ihrer Boten“ versperrt werde.

Der Papst äußerte sich bei einer Begegnung mit Frauen und Männern, die sich in Kirche und Gesellschaft engagieren. Darunter waren Vertreter der Wissenschaft, Kultur, Medien, Wirtschaft, Arbeitgeber, Gewerkschaften und Politik. An dem Treffen nahmen auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, die Bundesminister Dr Hans-Peter Friedrich und Dr. Annette Schavan, Generalbundesanwältin Prof. Monika Harms und Bundesverfassungsrichter Prof. Udo Di Fabio sowie Showmaster Thomas Gottschalk teil. 17 Personen wurden dem Papst persönlich vorgestellt, darunter die früheren Bundesverfassungsrichter Prof. Ernst-Wolfgang Böckenförde und Prof. Paul Kirchhof, der badische evangelische Landesbischof Dr. Ulrich Fischer, der Geschäftsführer des katholischen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Bernd Klaschka, und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Dr. Peter Neher.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, sagte bei seiner Begrüßung, der Beitrag der Christen zu einem zukunftsfähigen Gemeinwesen sei „keine Frage des Wollens, sondern als politisch-diakonischer Auftrag integraler Bestandteil des christlichen Glaubens“. Die Kirche leiste bis heute in vielen gesellschaftlichen Bereichen Pionierarbeit. „Das wird gerade hier in Freiburg, der Stadt der Caritas, besonders deutlich“, so Zollitsch. In Freiburg hat der Deutsche Caritasverband seinen Sitz.

Vor der Begegnung im Konzerthaus war der Papst mit Bundesverfassungsrichtern zusammengekommen. Dieses Treffen im Freiburger Priesterseminar war nicht öffentlich. Zu den Teilnehmern gehörten Gerichtspräsident Prof. Andreas Voßkuhle, sein Stellvertreter Ferdinand Kirchhof, Prof. Udo Di Fabio, Prof. Rudolf Mellinghoff, Prof.  Gertrude Lübbe-Wolff, Prof. Michael Eichberger, Wilhelm Schluckebier und Prof. Peter Huber.

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Auch wir Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz wissen uns durch Ihren Besuch gestärkt, und wir sind ermutigt für unser weiteres Wirken in der Kirche wie für die Menschen.
Erzbischof Dr. Robert Zollisch
Papstbesuch, Pressemeldung

25.09.2011: Bischöfe schenken Papst eine Komposition

Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagmittag mit den deutschen Bischöfen zum Essen zusammengekommen. Dabei dankte der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dem katholischen Kirchenoberhaupt für seinen Deutschlandbesuch und überreichte ihm als offizielles Geschenk eine eigens in Auftrag gegebene Komposition. Dabei handelt es sich um eine Vertonung des Primizspruches des jungen Joseph Ratzinger. Der Wahlspruch zu seiner Priesterweihe „Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude“ wurde von dem Eichstätter Domkapellmeister Christian Matthias Heiß komponiert.

Das vierminütige Werk für Chor, Bläser, Pauken und Orgel soll laut Zollitsch bei der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz am 5. Oktober in Fulda uraufgeführt werden. Er gab dem Papst die Unikat-Ausgabe der Partitur, die von dem Bonner Buchbinder Werner Welter gebunden wurde. Später soll der Papst eine CD-Aufnahme von dem Werk erhalten. Nach der Uraufführung soll die Komposition vom Eichstätter Jubilate-Verlag verlegt werden. Der komplette Stimmensatz kann dann über den Musikalienhandel unter dem lateinischen Titel „Non quia dominamur“ erworben werden.

Schmunzelnd erinnerte Erzbischof Dr. Zollitsch daran, dass sich der Primizspruch schon 1951 wie durch ein „Augenzwinkern des Himmels“ mit Musik verbunden habe. Dazu zitierte er aus der Autobiographie von Papst Benedikt XVI.: „Als in dem Augenblick, in dem der greise Erzbischof mir die Hände auflegte, ein Vöglein – vielleicht eine Lerche – vom Hochaltar in den Dom aufstieg und ein kleines Jubellied trällerte, war es mir doch wie ein Zuspruch von oben: Es ist gut so, du bist auf dem rechten Weg.“

Der Komponist Heiß verbrachte seine Schulzeit bei den Regensburger Domspatzen, die damals noch von dem Bruder des Papstes, Prälat Georg Ratzinger, geleitet wurden. Heiß: „Der damalige Münchner Kardinal Ratzinger und spätere Papst Benedikt XVI. hat öfter unsere Konzerte in Münchens Umgebung besucht und hernach mit uns Buben immer sehr nett geratscht.“ Heiß wurde 1967 geboren und studierte Kirchenmusik und Orgel an der Musikhochschule München. Anschließend war er musikalischer Assistent am Eichstätter Dom, bevor er als Kirchenmusiker in Ravensburg tätig wurde. Ab 1999 war er Domorganist in Eichstätt. Im Herbst 2002 wurde er zum Eichstätter Domkapellmeister berufen.

Hinweis:
Fotos kostenpflichtig abrufbereit in der KNA-Bild-Datenbank auf www.kna-bild.de oder direkt mit diesem Link.

English Version:

Bishops present a composition to the Pope (PDF)

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Papstbesuch, Aktuelle Meldung

25.09.2011: Papst fordert Katholiken in Deutschland zur Zusammenarbeit in Demut auf

Unter strahlend blauem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Sonntagvormittag auf dem Freiburger Flughafengelände die letzte Heilige Messe seines Deutschlandbesuchs gefeiert. Dabei rief er die katholische Kirche in Deutschland dazu auf, „fest in Christus geeint“ zu sein. Sie werde Sauerteig in der Gesellschaft bleiben, wenn Priester, Ordensleute und Laien in Treue zu ihrer jeweiligen Berufung zusammenarbeiteten. Pfarreien, Gemeinschaften und Bewegungen müssten „sich gegenseitig stützen und bereichern“. Die deutsche Kirche werde für die weltweite katholische Gemeinschaft „weiterhin ein Segen sein, wenn sie treu mit den Nachfolgern des heiligen Petrus und der Apostel verbunden bleibt“, die internationale Zusammenarbeit pflegt „und sich dabei auch von der Glaubensfreude der jungen Kirchen anstecken lässt“.

Die Eucharistie wurde von 100.000 Menschen mitgefeiert, darunter auch Gläubige aus der Schweiz, Frankreich und Peru, dem Partnerland des Erzbistums Freiburg, sowie 97 Bischöfen aus dem In- und Ausland. Einige Jugendliche hatten auf dem Gelände nach dem samstäglichen Abendgebet mit Benedikt XVI. campiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, dankte dem Papst für sein Kommen. „Durch Ihre Pastoralreise in Ihre Heimat und Ihren Besuch in Freiburg bestärken Sie uns im Glauben.“

Seine Mahnung zur Einheit verband Benedikt XVI. mit dem Ruf zur Demut. Christliche Existenz sei „Dasein für den anderen, demütiger Einsatz für den Nächsten und das Gemeinwohl“. Demut habe in der Welt noch nie hoch im Kurs gestanden. Aber Christen wüssten, dass diese Tugend „gleichsam das Öl ist, das Gesprächsprozesse fruchtbar, Zusammenarbeit einfach und Einheit herzlich macht“.

Der Papst sprach allen Mitarbeitern des Deutschen Caritasverbandes und anderer kirchlicher Organisationen seinen Dank und seine Wertschätzung aus. Ohne sie wäre „das Leben in den Pfarreien und in der Kirche als ganzer nicht denkbar“. Zugleich rief er sie dazu auf, ihr Herz für die Liebe Christi zu öffnen und die persönliche Gottesbeziehung zu vertiefen. Nächstenliebe sei mehr als „technischer Service“. Die Erneuerung der Kirche könne „letztlich nur durch die Bereitschaft zur Umkehr und durch einen erneuerten Glauben kommen“.

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Papstbesuch - Erzbistum Freiburg

25.09.2011: Helfen mit Herz

Mehr als 3.000 ehrenamtliche Helfer sind zum Papstbesuch in Freiburg im Einsatz

Bild: Anja Pfeffermann. Auf dem Bild v.l. Rebecca Valentin, Hélène Waldburg-Zeil, Cecile Huber, Elena, Bek, Theresa Hergerl, Eveline Leupi, vor: Marie-Elisabeth Esterházy sowie Frater Hans-Martin Rieder

Freiburg – „Bettruhe um 20 Uhr“, schallt die Stimme von Frater Hans-Martin Rieder über die Köpfe von 60 Jugendlichen hinweg. Die Abiturienten des Kollegs St. Blasien murren. Doch die Anordnung ist klar und sie hat einen Grund: Schon morgens um zwei sollen sie wieder geweckt werden. Ihr Auftrag: Ab vier Uhr Rollstuhlfahrern helfen, damit sie an der Heiligen Messe mit dem Papst teilnehmen können. Dafür stehen die Internatsschüler auch gerne schon zu „unchristlicher Zeit“ auf: „Unser Auftrag hier ist Helfen mit Herz“, sagt die 18-jährige Eveline Leupi aus vollster Überzeugung.

„Helfen mit Herz“ ist das Motto des Freiburger Helfereinsatzes. Mehr als 3.000 Ehrenamtliche sind so dabei, wenn der Papst am letzten Septemberwochenende die südlichste Großstadt Deutschlands besucht. An allen Ecken und Enden werden die Freiwilligen gebraucht: Sie sind zum Beispiel als Ordner und „wandelnde Informationssäulen“ unterwegs oder unterstützen die Betreuung von Menschen mit Behinderung wie die Internatsschüler aus St. Blasien.

„Es ist toll, dass der Papst in Deutschland ist“, findet Elena Bek. Auch die 17-jährige gehört zu Frater Rieders Truppe. „Wir sehen den Papst ja sonst immer nur aus der Ferne, im Fernsehen, meistens ist er im Vatikan. Hier in Freiburg kommen wir ganz nah an ihn ran“, freut sie sich.

„Wir in St. Blasien haben uns das Motto gegeben: Menschen für andere. Jetzt beim Papstbesuch können wir es konkret umsetzen“, erklärt der Jesuit Rieder, der als Präfekt in St. Blasien tätig ist. „Wir sind hier Helfer für andere“, beschreibt er das Selbstverständnis seiner Gruppe.

Mit anzupacken, wenn er gebraucht wird, ist Joachim Krieg gewohnt. Beim Osnabrücker Katholikentag 2008 war er hauptamtlich für den Helfereinsatz verantwortlich, seither hat er sich ehrenamtlich bei Evangelischen Kirchentagen und beim Ökumenischen Kirchentag 2010 in München an zentraler Stelle der Helferorganisation engagiert. Im „normalen Leben“ ist der 28-Jährige heute Sozialarbeiter in Bremerhaven. Doch als ein Anruf aus Freiburg kam, sagte er nicht nein: Den Helfereinsatz beim Papstbesuch unterstützt Krieg freiberuflich.

„Die Herausforderungen sind etwas andere als beim Katholikentag“, sagt Krieg. Die Helferstruktur sei insgesamt vielfältiger: Neben unzähligen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind hier auch viele ältere Menschen als Helfer dabei. „Außerdem ist das hier ein sehr fokussiertes Event“, sagt Krieg, „während Katholiken- und Kirchentage mit sehr vielen Einzelveranstaltungen über fünf Tage hinweg gehen“. Dadurch, dass Papst Benedikt XVI. die höchste Sicherheitsstufe hat, ist zudem der Abstimmungsbedarf mit Landes- und Bundeskriminalamt sehr hoch.

Für die Schülerinnen und Schüler aus St. Blasien bedeutet ihr Einsatz in Freiburg vor allem auch eins: Gemeinschaftsgefühl. Sprechgesänge auf ihren Schulabschluss im kommenden Jahr – „Abi Zwei-tausend-zwölf“ – schwören die Truppe ein. Um ganz nah dabei zu sein, werden sie selbst die frühe Bettruhe akzeptieren. „Wir haben einen guten Einsatzort bekommen“, ist Evelin Leupi überzeugt. Ihre Hoffnung: „Die Rollstuhlfahrer haben bestimmt gute Plätze vorne, und wenn wir ihnen helfen, dann können vielleicht auch wir selbst dem Papst ganz nahe sein.“

Text: Gudrun Lux

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Reden

Reden des Papstes:

SH Papst Benedikt XVI.: Flughafen Lahr, Abschiedszeremonie

deutschenglischportugiesischspanischitalienisch

SH Papst Benedikt XVI.: Begegnung mit engagierten Katholiken aus Kirche und Gesellschaft

deutschenglischportugiesischspanischitalienisch

SH Papst Benedikt XVI.: Mittagessen mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz im Priesterseminar in Freiburg

deutsch

SH Papst Benedikt XVI.: Flughafen, Angelus Domini

deutschenglischportugiesischspanischitalienischfranzösisch

SH Papst Benedikt XVI.: Flughafen, Heilige Messe

deutschenglischportugiesischitalienischfranzösisch

Weitere Reden:

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch: Begrüßung anlässlich der Begegnung mit engagierten Katholiken im Konzerthaus

deutschenglischitalienisch

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch: Rede beim Mittagessen mit Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz

deutschenglischitalienisch

Erzbischof Dr. Robert Zollitsch: Begrüßungsansprache bei der Heiligen Messe

deutschenglischitalienisch

VORSCHAU AUF DEN VIERTEN UND LETZTEN BESUCHSTAG

Papst feiert Messe in Freiburg und begegnet Bundesverfassungsrichtern sowie engagierten Katholiken

Am vierten und letzten Besuchstag seiner Deutschlandreise feiert Papst Benedikt XVI. am Sonntag ab 10.00 Uhr auf dem City-Airport-Gelände Freiburg eine Heilige Messe. Erwartet werden rund 90.000 Teilnehmer.

Am Mittag kommt der Papst im Freiburger Priesterseminar zu einem Essen mit den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz zusammen. Dazu sind auch die emeritierten deutschen Bischöfe eingeladen.

Am Nachmittag steht ebenfalls im Priesterseminar eine Begegnung mit den Bundesverfassungsrichtern auf dem Programm. Darauf folgt im Freiburger Konzerthaus ein Treffen mit engagierten Katholiken in Kirche und Gesellschaft. Dabei wird Benedikt XVI. eine Rede halten und 15 Personen besonders für ihren Einsatz ehren.

Am Abend wird der Papst vom Flughafen Lahr aus die Heimreise nach Rom antreten. Vor dem Abflug gibt es um 18.45 Uhr auf dem Flughafen eine Abschiedszeremonie, bei der neben dem Papst auch Bundespräsident Christian Wulff sprechen wird. Um 20.45 Uhr wird Benedikt XVI. auf dem Flughafen Rom Ciampino zurückerwartet.

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