Das Motto zum Papstbesuch in Deutschland

„Wo Gott ist, da ist Zukunft“ – mit diesem Motto rücken zwei zentrale Themen in den Blickpunkt, die ähnlich den Brennpunkten einer Ellipse die beiden Schwerpunkte des Besuchs Papst Benedikt XVI. in Deutschland sein werden: Die Frage nach Gott und nach der Zukunft. Für uns Christen ist Zukunft keine anonyme Macht, kein Prinzip, das uns überrumpelt, kein unvermeidliches Schicksal. Unsere Zukunft liegt in und bei Gott. Dafür legt das Motto Zeugnis ab.

Zugleich will es auch zum Nachdenken anregen. Gott zählt für die Zukunft der Welt auf uns. Er will die Zukunft durch uns gestalten. Für Gott und seinen Willen offen zu sein, bereitet einer menschenwürdigen Zukunft den Weg. Gerade die Erfahrungen mit Nationalsozialismus und Kommunismus haben deutlich gezeigt, dass eine Gesellschaftsordnung ohne Gott keine Zukunft hat. Umso mehr gilt es heute, wieder neu bewusst zu machen, dass die Väter und Mütter des Grundgesetzes ausdrücklich von der Verantwortung „vor Gott und den Menschen“ gesprochen haben. Dieser Zusammenhang ist auch und gerade mehr als sechs Jahrzehnte später in einer immer enger zusammenrückenderen Welt von zukunftsweisender Bedeutung.

Die Gottesfrage wach zu halten, sieht daher Papst Benedikt XVI. als eine der zentralsten Aufgaben seines eigenen Dienstes wie den der Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden insgesamt. Eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit muss Wege suchen, den christlichen Glauben überzeugt und überzeugend, unaufdringlich, aber selbstbewusst in Politik und Gesellschaft, in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zur Geltung zu bringen. So wird ein solidarisches, gerechtes, von Gottes- und Nächstenliebe geprägtes Miteinander gestaltet. Mehr noch: Die Frage nach einer gelingenden Glaubensweitergabe an Kinder, Jugendliche und Erwachsene ist letztlich eine Überlebensfrage des Glaubens in unserem Land und einer Gesellschaft, die Verantwortung ebenso schätzt wie Freiheit.

Das Motto ist ein Wort von Papst Benedikt XVI. selbst, das er während seines Besuchs des österreichischen Marienwallfahrtsortes Mariazell im Jahre 2007 geprägt hat.

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